Apr 7, 2016

Von Essen und Glück.

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Für einen großen Teil der Weltbevölkerung bedeutet das größte Glück gesund zu sein und keinen Hunger leiden zu müssen. Für die zivilisierte Welt dagegen fängt die Definition von Glück erst an, wo die Sättigung der Grundbedürfnisse aufhört. Und mit wachsendem Gehalt und der Ausdehnung von Social Media wächst der Anspruch scheinbar linear. Reis und Bohnen sättigen uns schon lange nicht mehr. Erst durch allgemeingültige Definition bestätigtes Essen kann wirklich wertgeschätzt werden. Der Trend: glutenfrei, vegan, detox, low-carb. Soyalatte. Oder Mandelmilch. Hauptsache kein Mainstream. Normal gleich schlecht. Fleisch essen und Milch trinken gleich böse.

 Alles entwickelt sich mehr und mehr in Richtung Oberflächlichkeit. Wirklich Tiefsinn hat das, was viele Personen der Öffentlichkeit von sich zeigen, nicht wirklich. Die Kombination Vegetarier und Leder ist für mich bereits eine flotte Diskussion wert. Wenn sich die vermeintlichen Wohltäter dann aber auch noch in ihren Gucci Kängurufell (?!) Loafers präsentieren, muss ich mich doch schon sehr wundern. Es ist ein echter Wettkampf: Likes sammeln, Neider wecken, sich bestätigen und vor allem bezahlen lassen. Ungeachtet der Tatsache, dass man auf diese Weise einem ganz neuen Mainstream folgt; der zwanghaften Idee der besten Selbstdarstellung. Hashtag Salamitoast? Kaum ein Treffer.

So viele Leben, dir wir im Internet verfolgen. So viele Reisen, die wir machen möchten. So viele Lebensweisheiten, die wir inhalieren. Jeder definiert seine Ziele selbst. Und doch werden wir von den persönlichen Definitionen anderer mitgerissen. Es ist manchmal schwer sich zu seiner eigenen Idee des Glücks zu bekennen, da diese vielleicht eben nicht die Erwartungen der Allgemeinheit befriedigt. Jede Abweichung vom Strom kostet einen schnell etliche Likes (Desaster!). Wenn man sich aber genau überlegt, was einen persönlich heute und auf lange Sicht bereichern würde, dann ist man langfristig gesehen einfach ein zufriedener Mensch. Nur indem man sich treu bleibt. Und das kann nicht mit Likes und Follower gegengerechnet werden.